Get out, come out

Das ist die Message zum Tuntenball 2017

Jeder und jede hat schon einmal eine Person bewundert. Ob berühmt oder nicht, real oder fiktiv. Vielleicht hetero oder doch queer, nach dem Coming out oder noch davor. Möglicherweise sogar einen der Stars auf unserem Plakat: Boy George oder Andy Warhol, Marlene Dietrich oder Frida Kahlo, Jean Paul Gaultier oder Karl Lagerfeld, Freddy Mercury oder Dumbeldore! 

Das Coming out ist im Fokus Message des Tuntenball 2017! Foto: Lupi Spuma

Das Coming out ist im Fokus Message des Tuntenball 2017! Foto: Lupi Spuma

Sie alle können Vorbilder sein, die wir in unserer Entwicklung gebraucht haben oder noch immer suchen. Viele Jugendliche die entdecken, dass sie nicht hetero sind, fühlen in sich wie bei„einer Sprache, die sie noch nicht verstehen“, beschrieb der Rapper Frank Ocean. Sexualität ist ein großer Teil der persönlichen Identität. Diese verstecken zu müssen sendet katastrophale Signale an die eigene Psyche. Wenn ich immer wieder den Eindruck bekomme, da wäre etwas falsch mit mir, erschüttert mich das in meinem Selbstverständnis als wertvoller Mensch.

Die Zeit rund um das Coming out gestaltet sich oft als schwierig. Leider geht das manchmal so weit, dass sich (junge) Menschen sehr unverstanden und allein fühlen. Ganz ohne Perspektive, so, dass sie gar nicht mehr weiter wissen und am Rande der Verzweiflung und Depression sind. Für diese sensible und herausfordernde Zeit benötigen sie Role Models: Figuren in Vorbildfunktionen, an denen sie sich orientieren können. Menschen, die ihnen Halt geben.

Coming out – Vorbilder die Mut machen

Schwul zu sein, bedeutet nicht, dass man ein exaltierter Modedesigner werden muss – außer man will genau das! 😉 Man kann AutorIn, SportlerIn, SängerIn, ja auch Stadträtin, Bundesratspräsident oder Vorsitzende im Europaparlament werden! Schaut sie euch an – Lisa Rücker, Mario Lindner oder Ulrike Lunacek (denen an dieser Stelle großer Dank gebührt). Sie alle haben ihr Coming Out hinter sich und sind stolz darauf wie sie sind.

Gerade in der Politik ist viel Potenzial vorhanden, die schwierige Zeit des Outings für Unzählige leichter zu machen: In allen Fraktionen sind Personen in hohen Positionen, die schwul, lesbisch, bisexuell… auf jeden Fall queer sind. Die Gesellschaft ist bereit dafür, auf die sachliche Qualifizierung zu schauen.

Stadträtin Lisa Rücker berichtete bei der Themenbekanntgabe von ihrem persönlichen Coming out. Foto: Andy Joe

Stadträtin Lisa Rücker (rechts) berichtete bei der Themenbekanntgabe von ihrem persönlichen Coming out. Foto: Andy Joe

Aber nicht nur in der Politik findet sich diese bunte Lebensvielfalt wieder. Coming Outs gibt es  natürlich auch in allen anderen Bereichen der Gesellschaft, sogar in heteronormativeren Kreisen wie der steirischen Blasmusik, im Spitzensport oder in der Kirche. Frei nach Jesus’ „So bin ich mitten unter euch“ sagen wir 2017:

Wir sind hier und wir sind viele – gewöhnt euch dran!

 Dein persönliches Coming out – auch du kannst uns unterstützen indem du im freien Kinosessel am Plakat Platz nimmst und dich auch outest. Als was auch immer du möchtest: als Hetero, der die queere Community unterstützt, als größter Fan eines schwulen Sängers oder als Anhängerin einer lesbischen Politikerin. Erlaubt ist, was gefällt. Um es mit den Worten unseres Bundeskanzlers auf der Regenbogenparade oder sinngemäß mit Premierminister Justin Trudeau in Kanada zu sagen: Es ist 2016!

Und wie ich es in diesem Zusammenhang gerne sage:

Ein Stern kann erst dann richtig leuchten, wenn er hinter den Wolken hervorkommt. Also hab den Mut für ein Coming out, steh zu dir und komm als dein Lieblingsstar auf den Tuntenball 2017!

Ich freu mich auf euch und sende bis dahin alles Liebe,

Roman Schneeberger,

Künstlerischer Leiter