von Sarah Maria Kirchmayer

Es mag kurios wirken – genau in Zeiten einer Pandemie, die von Reisebeschränkungen und Unbeweglichkeit geprägt sind, findet eines der größten Charity Events Österreichs unter dem Motto „Planet Exotica“ statt. Mit unserer derzeitigen Situation hat dieses Thema wahrhaftig nicht viel zu tun. Doch diesen Kontrast zwischen Realität und Wunschdenken zu thematisieren, ist beabsichtigt. Genau in dieser Zeit, in der Reisen nur beschränkt möglich sind und wir uns alle nach einem Ausbruch aus den alltäglichen Geschehnissen und Regeln wünschen, bietet der Tuntenball 2022 eine Möglichkeit, diese geheimen Träume zu erfüllen.

In dieser Nacht soll schließlich alles möglich sein – jede:r soll sein können, wer und wie er/sie will, Barrieren, die uns das alltägliche Leben oft in den Weg stellen, sollen eingerissen und weggetanzt werden. Das gilt für Gender-Konstrukte und gesellschaftliche Erwartungshaltungen genauso wie für das eingeschränkte Dasein, das wir in den letzten zwei Jahren gelebt haben. Für eine Nacht soll das vorbei sein: Wir wollen tanzen, wir wollen hemmungslos wir selbst sein – und in eine andere, exotische und wilde Welt eintauchen. In den Worten unserer Moderatorin, der Kleinkunstprinzessin Grazia Patrizia:

„Manchmal weiß ich nicht wohin.
Man stellt sein „Ich“ infrage, sein „Wer“, sein „Was ich bin“.
Man blickt in den Spiegel und spürt: So gehöre ich nicht dazu.
Aber das Herz sagt, es gibt noch etwas, das man nicht kennt
und das weißt vielleicht du (das Spiegelbild).
Denn jeder Mensch braucht einen Platz, und sei er noch so klein.
Wo er kann sagen: Sieh! Dies ist mein.
Hier darf ich sein. Hier bin und bleibe ich. Hier ruh ich mich aus.
Hier ist meine Heimat, hier bin ich zuhaus“

Foto: Sabrina Petz

Da es uns wichtig ist, dass unsere Gäste dieses Gefühl in Sicherheit genießen können, gelten bei unserem Tuntenball folgende drei Regeln: Komm 2G, alle Menschen sind gleich – und alles ist erlebt! Celebrate Diversity!